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Wie fängt man sich eine Zecke?

Wie fängt man sich eine Zecke?Zecken sind gesellige Parasiten. Man findet sie vor allem in größeren Menschenansammlungen, dort, wo potenzielle Wirte sich entspannen oder amüsieren. Im Unterschied zu weiblichen Zecken, meiden männliche Zecken im Allgemeinen traditionelle Arbeitsstätten, was in erster Linie an unserer antiquierten Vorstellung der Geschlechterrollen hängt. Während es für Weibchen eine Bonus ist, sich im unteren Segment der Arbeitswelt auf der Suche nach einem passenden Wirten minimal zu bemühen, stellt diese Strategie eine ernsthafte Bedrohung für das männliche Exemplar dar. Zu groß ist die Gefahr der Enttarnung. Erfolgsversprechend sind für sie vor allem Parties, Straßenfeste, Kunstausstellungen, Konzerte oder Szenekneipen. Die klassische Strategie der Zecke gliedert sich in sechs Phasen:1. Aufspüren eines geeigneten WirtenEntgegen genereller Annahmen sind sind Zecken in Bezug auf ihren Wirten wählerisch. Dies liegt an dem hohen Aufwand, sich eine Tarnung zuzulegen, wenn gleich die Übergänge zwischen den verschiedenen Typen fließend sind. Aus einer potenziellen Trophy Wife wird selten eine desillusionierte Idealistin und aus einem verkannten Künstler kein glückloser Geschäftsmann. Der Wirt muss also entweder eine Schwäche für gescheiterte Existenzen oder ein Faible für Ideale sein. Sieht die Zecke gut aus, wird sie sich auf Wirte mit einer starken Fixierung auf Äußerlichkeiten konzentrieren. 2. Der erste BissEine Zecke wird relativ schnell zubeissen. Oft überrumpelt sie ihren Wirten mit ihrer plötzlichen Zuneigung, wobei sie vorgibt, selbst davon überrascht zu sein. Oft folgt eine kurze, kalkulierte Phase des Rückzugs, die das Begehren des Wirtes steigert. 3. Das FestbeißenNachdem der Wirt zum Ausdruck gebracht hat, dass er die Gesellschaft der Zecke nicht nur schätzt, sondern auch ausdrücklich wünscht, wird sich diese festbeißen. Dieser Prozess kann je nach Wirt unterschiedlich lange dauern. Elementar sind eine Vielzahl gemeinsamer Aktivitäten, die dem Geschmack des Wirten entsprechen. In dieser Phase zeigt sich die Zecke gerne großzügig und setzt Eigenkapital ein, was Teil der Tarnung ist und als Investition in die Zukunft gesehen wird. Langsam gewöhnt sich der Wirt an die Anwesenheit der Zecke. In dieser Phase ist es für die Zecke wichtig, sich als Bereicherung für das Leben des Wirten zu etablieren. Gelegentliche kalkulierte Entfremdung hilft bei der Intensivierung des Festbeißens. Am Ende dieser Phase ist die Zecke mit großer Wahrscheinlichkeit beim Wirten eingezogen oder hat sich zumindest in dessen Wohnort als zweite Bleibe eingenistet. Das Zusammenleben läuft anfangs gut, da die Zecke immer Zeit hat, wenn der Wirt frei ist. Auch wird sich die Zecke als gleichberechtigter Partner einbringen und ihren Wirten sogar mit kleinen Gefälligkeiten verwöhnen.5. Beginn des AussaugensNach und nach wird sich das Gleichgewicht verschieben und der Wirt wird zunehmend ausgesaugt. Anfangs wird der Wirt das nicht merken. Insbesondere männliche Wirte werden sogar das Gefühl, der Versorger zu sein, genießen. Sollte der Wirt dennoch stutzig werden, wird die Zecke gute Erklärungen parat haben und ihren Wirten auf einen Ausgleich in naher Zukunft vertrösten. 4. Die (scheinbare) SymbioseNun haben sich gewisse Versorgungsstrukturen etabliert und sind nur schwer zu durchbrechen. Die geschickte Zecke hat inzwischen beim ihrem Wirten eine Illusion der Symbiose erzeugt. Der Wirt bietet den Lebensunterhalt oder zumindest günstige/freie Kost und Logis sowie Urlaube, die Zecke schenkt ihm dafür ihre volle Zuneigung und Aufmerksamkeit, ohne sich jedoch zu sehr anzustrengen. Im Ideal wir die Zecke in dieser Phase verharren. 5. Erstes UnbehagenJe nach Qualität des Wirts und Dreistigkeit der Zecke, wird dem Wirten das Ungleichgewicht der Beziehung auffallen. Es wird zu Spannungen kommen, die von der Zecke stets auf emotionaler Ebene diskutiert werden. Selbst wenn der Wirt rational Recht hat, wird er in diesen emotionalen Diskussionen unterliegen. Für die erfahrene Zecke ist dies der Startschuss für die Suche nach einem neuen Wirt. Nicht selten kommt es jedoch dazu, dass die Zecke unbemerkt emotional investiert hat und sich daher nur schwer von ihrem Wirten trennen kann. Dies kann in der folgenden Phase verheerende Auswirkungen haben. 6. Die Entkopplung (durch die Zecke oder den Wirt)Sobald das Unbehagen eine kritische Masse zu erreichen droht, entkoppelt sich die erfahrene Zecke. Meist geschieht dies nicht auf direktem Wege. Entgegen des Landläufigen Irrglaubens können Zecken durchaus mehrere Wirte zugleich haben. Eine fließender Wechsel ist also keine Seltenheit. Die Zecke lässt in diesem Fall oft überraschend von ihrem Wirt ab, oft ohne weitere Erklärung. Sollte der Wirt die Zecke entfernen wollen, so muss er sich auf einen längeren Prozess eine. Eine Zecke, die keinen neuen Wirt gefunden hat, neigt dazu zurück zu kommen, wobei sie schwache Momente des Wirten geschickt ausnützt. Je nach Intensität der vorherigen (scheinbaren) Symbiose kann der Schmerz beim Verlust der Zecke verschiedene Schweregrade aufweisen. Die Skala reicht von einem kurzen ziehen bis hin zu einem lang anhaltenden, brennenden Schmerzen, hervorgerufen durch einen nur langsam heilenden Abszess.
5.4.16 18:25


Einführung

Ich habe eine Zecke. Sie, oder besser gesagt, er, hängt charmant und fett an meinem Busen und gedeiht von Tag zu Tag besser. Ja, es handelt sich um eine männliche Zecke, ein Prachtexemplar. Nun mag man sich fragen, warum ich ihn nicht einfach entferne, wenn ich doch weiß, dass er da ist. Einmal die Pinzette anlegen, ein kurzer Schmerz und weg ist das Biest. Doch so einfach ist das nicht. Zecken sind nicht nur hartnäckig, sondern auch irgendwie liebenswert. Sie verstehen sich gut darauf, ihrem Wirten zu schmeicheln, ihm vorzugaukeln, dass sie unentbehrlich sind und sich zugleich aufs dreisteste vollzusaugen. Zecken können durchaus angenehme Zeitgenossen sein, die das Leben kurzweiliger und oft auch spannender machen. Außerdem sind sie Meister der Tarnung. Allgemein bekannt sind der Rebell, der gegen Konsum und Kapitalismus ist, der verkannte Künstler, der kurz vor seinem Durchbruch steht, der glücklose Unternehmer, dem das Leben immer nur schlechte Karten zuspielt, oder der desillusionierte Idealist, der danach strebt, ein wirklich sinnvolles Leben zu führen, aber bei all dem Elend gar nicht weiß, wo er anfangen soll. Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Zecken, der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Auch ist nicht jede Zecke eine schlechte Zecke. Man hat von Symbiosen gehört, die gut funktionieren und wenn man es genau nimmt, sind vor allem in Wohlhabenderen Kreisen weibliche Zecken nicht nur geduldet, sondern regelrechtes Statussymbol. Trophy Wifes sind die Elite der Zecken.
5.4.16 18:18





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